Löhne

Die Lohnschere öffnet sich

Seit Mitte der 1990er Jahre öffnet sich die Lohnschere in der Schweiz. Die Topsaläre sind in den letzten zwei Jahren sogar weiter gestiegen. Der leichte Rückgang nach der Finanzkrise ist bereits wieder wettgemacht. Seit 1996 sind die Löhne des obersten Prozentes nach Abzug der Teuerung um rund 43 Prozent (+7200 Franken/Monat) gestiegen. Die Löhne der breiten Bevölkerung konnten damit nicht Schritt halten. Der mittlere Lohn nahm um bloss 14 Prozent zu (+740 Franken/Monat). Dank Tieflohnkampagnen der Gewerkschaften und neuen Gesamtarbeitsverträgen konnten die tiefsten Löhne zwischen 2012 und 2014 leicht überproportional zulegen (+16 Prozent bzw. +590 Franken/Monat).

Anzahl Lohnmillionäre nimmt zu

Am stärksten sind die Spitzenlöhne gestiegen. Mittlerweile kassieren mehr als 2‘800 Personen ein Jahresgehalt von über einer Million Franken. Die Zahl der Lohnmillionäre liegt damit 14 Mal höher als vor 30 Jahren. Ein wichtiger Grund für die wachsende Lohnschere sind die Bonuszahlungen, die heute viel stärker ausgeschüttet werden als noch in den 1990er Jahren. Davon profitieren hauptsächlich Kader und SpitzenverdienerInnen. Die NormalverdienerInnen hingegen erhalten kaum Boni.

Frauen verdienen noch immer viel weniger

Die Bundesverfassung schreibt vor, dass Frauen und Männer für gleichwertige Arbeit den gleichen Lohn erhalten müssen. Dennoch lagen die Frauenlöhne 2014 im Mittel um 15.1 Prozent unter denjenigen der Männer. Davon sind rund 40 Prozent statistisch nicht durch Eigenschaften wie Qualifikation, berufliche Stellung usw. erklärbar. Das entspricht im Schnitt rund 340 Franken pro Monat, die den Frauen aufgrund von Diskriminierung entgehen. Auch der Vergleich der Löhne nach Ausbildungsniveau macht deutlich, dass die Lohngleichheit bei weitem noch nicht erreicht ist.

Quellen und Links
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